„Der junge Mensch braucht seinesgleichen – nämlich Tiere, überhaupt Elementares:
Wasser, Dreck, Gebüsche, Spielraum.
Man kann ihn auch ohne dies alles aufwachsen lassen, mit Stofftieren, Teppichen, auf asphaltierten Straßen und Höfen.
Er überlebt es, doch man soll sich dann nicht wundern, wenn er später bestimmte soziale Grundleistungen nicht lernt.“

Alexander Mitscherlich (1965)

 

Ein Ort der Ruhe mit vielen Entfaltungsmöglichkeiten

In der heutigen Zeit der Termine, Zeitnot und hektischen Welt ist es besonders wichtig, Kindern einen Ort der Ruhe zu verschaffen.

Während es in der Generation der Großeltern und Eltern noch normaler war, draußen zu spielen und „echte freie Zeit“ zu verbringen, wird heute immer mehr verplant und organisiert. Langeweile wird aus den Kinderzimmern verbannt, Kreativität wird immer weniger gebraucht.

Aber wird es nicht, wenn wir uns die Schul- und Berufswelt anschauen (die wir als Eltern und Pädagogen ja irgendwie doch schon immer im Blick haben) immer wichtiger, eine selbständige, selbstbewusste Persönlichkeit zu sein, die kreativ ist und um die Ecke denken kann? Die zudem noch teamfähig ist, aber trotzdem Mitarbeiter leiten kann? Die es gelernt hat, Konflikte anzusprechen, für ihre Ziele kämpft aber trotzdem erkennt, dass manches einfach nicht so funktioniert?

Echte Teamplayer und wertvolle Fähigkeiten

Im Wald sind wir besonders aufeinander angewiesen. Mithilfe, Gruppenzugehörigkeit und Verlässlichkeit sind immens wichtig. So sind viele Vorhaben der Kinder ohne die Hilfe anderer nicht realisierbar. Ganz abgesehen davon, dass die Abenteuer alleine auch nicht so viel Spaß machen (Hütten bauen, Klettern, Schatzsuche, Bach stauen, Rollenspiele).

Und ganz “nebenbei” werden die motorischen, die sprachlichen, die sozialen Fähigkeiten trainiert. Die Bewegung hilft dem Körper sich gesund zu entwickeln und dem Gehirn, sich zu vernetzen und die Synapsen auszubilden. Gemeisterte Wagnisse und bestandene Herausforderungen stärken das Selbstbewusstsein.

Glaube

Wir sind ein Kindergarten der Diakonie, sind somit also Teil der evangelischen Kirche (badische Landeskirche).

Unsere Pädagogik richtet sich dadurch am christlichen Menschenbild aus. Alle Erzieherinnen und Erzieher des Waldkindergartens sind gleichsam auch Christinnen und Christen, die das Christsein auch leben möchten.

Selbstverständlich freuen wir uns aber auch über Eltern und Kinder anderer Glaubensrichtungen oder Atheisten. Für uns ist es stets eine Bereicherung mit Menschen zu tun zu haben, die ein anderes Lebens- und Glaubenskonzept haben und tolerieren dies auch völlig.

Im Kindergartenalltag spielt das Christsein im täglichen Tun eine Rolle. Dies spiegelt sich vor allem in folgenden Eckpunkten der Erziehung wieder:

  • Jedes Kind soll sich geliebt, angenommen und geachtet fühlen
  • Fragen der Kinder nach Gott werden bewusst wahrgenommen und diskutiert. Es wird aber nichts vorgegeben, denn die Kinder dürfen und sollen sich bei uns eine eigene Meinung bilden können.
  • Vor jedem Essen danken wir Gott, weil dadurch verständlich gemacht werden soll, dass wir Menschen nicht alles in der Hand haben. Die Welt arbeitet auch ohne unser Zutun und das muss bedankt werden.
  • Wir begleiten die Kinder dahingehend, dass sie ein Vertrauensverhältnis zur Welt und zus ich selbst gewinnen.
  • Die Pädagogik orientiert sich an den Jahreszeiten, dadurch aber auch gleichsam an den christlichen Kirchenjahrfesten. Diese werden thematisiert und gegebenenfalls auch gefeiert.