Waldkinder lösen komplexe Aufgaben selbständiger als Andere. Und sie machen das im Team – jeden Tag aufs Neue.

Viele haben Sorge, dass Waldkinder nicht genügend auf die Schule vorbereitet sind. Dass sie nicht genügend Tischspiele, ausreichend Bilder gemalt und sich im Zählen geübt haben. Die allergrößten Bedenken sind aber, dass sich vorgestellt wird, dass die Kinder in der Schule nicht still sitzen können, weil sie sich ja im Wald permanent bewegt haben.

Diese Sorge ist nicht nötig. Waldkinder entwickeln sich prächtig, sie lernen die Farben, indem sie den Wandel der Zeit erkennen, sie lernen Zählen, weil sie an Zapfen, Blättern, Rindenstücken das Zählen üben. Sie haben die Chance Bilder zu malen, auf Papier, auf den Boden, in den Staub – viel mehr Möglichkeiten gibt es da. Sie fördern ihre Feinmotorik für das Schreiben, weil sie Matschen, mit Erde kneten, Raupen berühren, Marienkäfer streicheln und Blätter aufspießen.

Waldkinder können in der Schule viel ruhiger sitzen, weil sie drei ganze Jahre die Möglichkeit hatten, sich zu bewegen. Sie haben gelernt, sich auf eine Sache zu konzentrieren, hatten klare Grenzen, aber auch viele Freiheiten, um sich zu einem „eigenen Menschen“ zu entwickeln. Sie haben die Geräusche des Waldes, aber auch die Stille der Natur in sich gespeichert. Dies alles fördert sie in der Entwicklung.

Sie sind komplett fertig vorbereitet, um einen perfekten Start in der Schule hinlegen zu können. Sie sind sozial kompetent, haben eine hohe Kreativität, können um die Ecke denken und haben ihre Sprache über drei Jahre hinweg gefeilt.

Mit diesen Fähigkeiten können die Kinder dann ohne Probleme in die Schule entlassen werden – sie gehen ihren Weg mit Rückgrat und einem großen Wissensschatz!